Der belgische Detektiv Hercule Poirot emigriert während des ersten Weltkriegs nach England und findet Aufnahme bei Mrs Cavendish, einer wohlhabenden Gutsbesitzerin. Als die großzügige Dame ermordet wird, fühlt sich der Meisterdetektiv verpflichtet, den Fall zu lösen und brilliert selbstverständlich mit Hilfe der kleinen grauen Zellen über den perfiden  Plan des Mörders.

Der erste Fall für den belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot ist ein Paradebeispiel für Agatha Christies Fähigkeit, den Leser wohlbedacht in die Irre zu führen.  Aus der Sicht von Captain Hastings, dem versehrten Kriegsteilnehmer, erfährt der Leser alles, was er für die Lösung braucht, und begleitet Poirot bei seinen Ermittlungen – und muss den Triumph letzten Endes doch dem kleinen Schnurrbartträger überlassen.

Das fehlende Glied in der Kette ist der erste Roman, den die Grande Dame des Kriminalromans veröffentlichte, und er ist zu Recht ein Klassiker des Genres, der sich bis heute gleichbleibender Beliebtheit erfreut. Man mag einwenden, dass es zu wenig Blutvergießen kommt und die Figuren aus heutiger Sicht oft ein wenig einfältig handeln, der Reiz jedoch bleibt auch über 90 Jahre nach der Erstveröffentlichung erhalten. Die Kriminalromane Agatha Christies waren weg- und stilweisend für das, was heute in unseren Regalen steht, und um moderne Kriminalliteratur genießen zu können, muss man eigentlich die Klassiker kennen.

Als Hörbuch, gelesen von Uwe Friedrichsen, ist Das fehlende Glied in der Kette ein ebenso großer, irgendwie heimeliger Genuss: Man weiß, was den Zuhörer erwartet, und wird doch behutsam und mit einem verschmitzten Lächeln auf falsche Fährten geführt. Für mich sind die Hörbücher nach den Romanen von Agatha Christie ein Hörgenuss, der genau in die kalte, graue und neblige Jahreszeit passt.

Agatha Christie: Das fehlende Glied in der Kette

gelesen von Uwe Friedrichsen

2007, Der Hörverlag

ISBN: 978-3-89940-781-5

9,99 €

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